Einige der wichtigsten Stücke von Bertolt Brecht erlebten auf dieser Bühne ihre Weltpremiere. Nach 1945 wurden im Theatersaal zahlreiche Dramen von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt uraufgeführt. (Foto aufgenommen in den 70er-Jahren)
Grössen wie Friedrich Dürrenmatt sind im Theatersaal Pfauen ein- und ausgegangen. (Bild von 1966)

Der Zürcher Heimatschutz kämpft für den Theatersaal Pfauen

Die im Sommer 2018 präsentierten Pläne des Zürcher Stadtrates, den historischen Theatersaal des Schauspielhauses Zürich für einen Neubau zu opfern, löste breiten Widerstand aus. Das Stadtzürcher Parlament verlangte vom Stadtrat, er müsse in Varianten denken. Nach zwei Jahren Denkarbeit erklärt die Stadtzürcher Regierung schliesslich im November 2020: Wir bleiben dabei, der Pfauensaal gehört abgebrochen. 

Für den Zürcher Heimatschutz stellt diese sture Haltung der Stadtzürcher Regierung einen Akt der kulturellen Ignoranz dar. Der Theatersaal strahlt nicht nur eine einzigartige Magie aus, sondern besitzt eine historische Bedeutung, die kaum hoch genug einzustufen ist. Hier fanden die grossen Erstaufführungen von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt statt. Hier leistete das Theater vor und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs Widerstand gegen die Nazidiktatur.

Der Zürcher Heimatschutz fordert, dass der Pfauensaal als eines der wichtigsten Baudenkmäler der Theatergeschichte des Deutschsprachigen Raums im 20. Jahrhundert erhalten und sorgfältig renoviert wird. 

 

«Lasst dieses schöne Haus in Ruhe!»

Künstlerinnen und Künstler für die Erhaltung des Pfauensaals

 

 

«Lasst dieses schöne Haus in Ruhe»: Flyer als PDF


Am 18. November 2020 hat der Stadtrat von Zürich bekanntgegeben, dass er das Pfauentheater abreissen will und an dessen Stelle einen Ersatzneubau plant. Gleichentags hat der Zürcher Heimatschutz per Medienmitteilung wissen lassen, dass er den Abbruch dieses historisch, baukünstlerisch und kulturell einzigartigen  Theaterraums mit allen rechtlichen Mitteln bekämpfen werde. Seither ist der Protest aus Theaterkreisen nicht abgerissen. 

In den Tagen seit Bekanntwerden des stadträtlichen Abbruchentscheids hat sich eine mitgliederstarke Gruppe von prominenten Künstlerinnen und Künstlern (Schauspieler*nnen, Regisseure, Intendanten, Autoren) gebildet. Sie alle sind Theaterleute mit profunder Bühnenkenntnis am Pfauentheater wie auch an Bühnen des deutschsprachigen Raums. Sie haben mit  Entsetzen und Befremden von der Haltung des Stadtrates Kenntnis genommen. 

Unter dem Titel «Lasst dieses schöne Haus in Ruhe!» protestieren die Künstlerinnen und Künstler mit Entschiedenheit gegen diesen Akt einer geschichtsvergessenen und kulturlosen Barbarei.

Aus ihrer langjährigen Tätigkeiten am Zürcher Schauspielhaus kennen die Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner des Aufrufs  die dortigen Arbeitsbedingungen aus eigener Erfahrung bestens. Als erfolgreiche Theatermacherinnen und Theatermacher im deutschsprachigen Raum können sie die Pfauenbühne unschwer mit anderen Bühnen vergleichen. Sie verlangen, dass auf den Abriss verzichtet werde und dass nötige Erneuerungsarbeiten am Haus unter strikter Respektierung des bestehenden Zuschauerraumes projektiert werden.

Sie sind überzeugt davon, dass die Bühne auch unter Erhaltung des bestehenden Saals die volle Zukunftsfähigkeit besitzt.

Medienmitteilung vom 4. Dezember 2020

Aufruf und Namen der Erstunterzeichnenden

Statements der Erstunterzeichnenden

 

Medienmitteilungen

Die Medienmitteilung des Zürcher Heimatschutzes vom 18. November 2020 kann hier eingesehen werden.

Das Argumentarium und die Medienmitteilung des Zürcher Heimatschutzes vom 14. August 2018 zum Rekurs finden Sie hier.

 

Pläne Pfleghard & Häfeli

Kontakt bei Rückfragen

Stadtzürcher Heimatschutz SZH
kontakt(at)heimatschutzstadtzh.ch

Zürcher Heimatschutz ZVH
info(at)heimatschutz-zh.ch

 

«Es ist mir ein Rätsel, wie eine Stadt darauf kommen kann, ein so wunderbares Bauwerk zu zerstören» Gerd Leo Kuck, ehemaliger Intendant des Schauspielhauses NZZ, 18.11.2020

«Ein Abbruch wäre ein Frevel, über den man noch Generationen später den Kopf schütteln würde.» Rico Bandle, Tages Anzeiger, 21.11.2020

Interview mit Dirk Wauschkuhn, Regionaljournal Zürich Schaffhausen (06.07.2018)

«Demolierung des Erbes»
Matthias Alexander, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2020

Kampf um den historischen Theatersaal, Regionaljournal Zürich Schaffhausen (14.08.2018)
In corso / Basel, BS

Unterstützen Sie die Petition zur Rettung der bedeutenden Baukultur auf dem Roche-Areal in Basel!

Die Schweiz besitzt mit dem Firmenareal des Pharmaunternehmens F. Hoffmann-La Roche ein Gebäudeensemble von europäischem Rang, das Otto Rudolf Salvisberg (1882-1940) und Roland Rohn (1905-1971) als Chefplaner über 40 Jahre hinweg geprägt haben. Roche möchte den Firmenstandort in den kommenden Jahren stark transformieren und dafür ihr gebautes Erbe weitgehendst zur Disposition stellen. Keine gute Idee, finden wir. Daher unterstützen wir die Petition, die eine Schonung dieser Bauzeugen einfordert.  

In corso / Bern, BE

Meienegg – erste genossenschaftliche Wohnsiedlung Berns bedroht

Die Stadt Bern und die Fambau-Genossenschaft als Eigentümerin sind sich einig: Ein Grossteil der Siedlung Meienegg – einer der wichtigsten Zeugen der Nachkriegsarchitektur in Bern – soll abgebrochen werden. Und dies obwohl die Siedlung in gutem Zustand ist. Für die Fachwelt ist der geplante Abbruch unverständlich. 

In corso / Steinhaus, VS

Helfen Sie mit bei der Instandstellung des «Heidehüs» aus dem 15. Jahrhundert

Freiwillige gesucht! Das wohlproportionierte spätmittelalterliche Wohnhaus steht seit Jahren leer und zerfällt. Die Stiftung Baustelle Denkmal hat mit dem Besitzer des Heidehüs vereinbart, das Gebäude im Baurecht zu übernehmen und in Stand zu stellen. Nun sucht sie für den Sommer 2020 freiwillige Helfer.

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