Nachdem die Aussichten lange düster waren, hat das ehemalige Kino Royal als mittlerweile etablierter Kulturbetrieb endlich eine langfristige Perspektive erhalten. Das bis 2010 akut vom Abbruch bedrohte, schmucke Gebäude kann nun dank dem Engagement der Bevölkerung und der ehrenamtlichen Betreiber bis ins Jahr 2038 kulturell genutzt werden und bestehen bleiben. Das Badener Stadtparlament hat sich für das Kulturhaus Royal entschieden!

Erster Aargauer Kinobau

Das 1912-1913 vom Badener Architekten Arthur Betschon als «Radium» erbauten Kino Royal wurde ab 2010 auf der Roten Liste des Schweizer Heimatschutzes aufgeführt. Als eines der frühsten Kinogebäude der Schweiz hat der Bau eine kultur- und lokalhistorische Bedeutung für die Stadt, aber ebenso für die Eidgenossenschaft. Die Lage zwischen Altstadt, Bäder- und Industriequartier zeigt die unterschiedlichen Aspekte des Phänomens Kino, das mit damals modernster Technik Unterhaltung bot.
Im Inventar der Stadt Baden ist das Kino Royal als erhaltenswert aufgeführt. Damit ist das Gebäude zwar formal nicht unter Schutz gestellt, doch gelten bei der Begutachtung von Baueingaben höhere Kriterien. Die kantonale Denkmalpflege hatte der Stadt Baden mit Nachdruck empfohlen, das «Royal» kommunal zu schützen – nicht aufgrund der Architektur, sondern hinsichtlich seiner Bedeutung für die Kinogeschichte. Die Stadt hat diesen Ratschlag bis heute nicht befolgt.

Grosser Erfolg trotz zuletzt düsteren Aussichten

Das ehemalige Kino hätte 2010 beinahe für 13 Parkfelder Platz machen müssen. Die Bevölkerung wehrte sich mit verschiedenen Petitionen gegen den Abbruch. Mit Erfolg: Seit 2011 konnte das «Royal» als Kulturbühne durch den Verein Kulturhaus Royal zwischengenutzt werden. Das Mietverhältnis zwischen der Stadt und der Grundeigentümerin wurde immer wieder verlängert. Als die Eigentümerin 2017 das Mietverhältnis auflösen und das «Royal» in ein Baubüro für einen Umbau des angrenzenden Postareals umfunktionieren wollte, setzten sich die «Royalisten» erneut mit einer Petition für den Erhalt des Kulturhauses ein und forderten endlich eine langfristige Lösung.

Über 7000 Unterschriften wurden dem Stadtrat und Kulturvorsteher Erich Obrist für den Erhalt des Kulturbetriebs im ehemaligen Kino überreicht. Die Eigentümerin bot dem Verein Kulturhaus Royal im Spätsommer 2017 einen Mietvertrag für 20 Jahre an, mit der Bedingung, dass die Stadt Baden eine Sicherheitsleistung in der Höhe von zwei Jahresmieten übernimmt. Der Badener Einwohnerrat genehmigte einen entsprechenden Verpflichtungskredit. Mittlerweile ist der Vertrag unterschrieben und rechtskräftig. Der Mietzins ist allerdings happig und lässt sich nicht mit dem Kulturbetrieb erwirtschaften. Um die Mietkosten sowie sanfte Restaurierungsarbeiten bewältigen zu können, sammelt der Verein Kulturhaus Royal mit einem Crowdfunding die nötigen finanziellen Mittel. 

Kontakt bei Rückfragen

Verein Kulturhaus Royal
Andriu Deflorin, bureau@royalbaden.ch 

«Das Kulturhaus Royal ist für die nächsten 20 Jahre gerettet»

az Badener Tagblatt, 30. Januar 2018

 

Echec / Leis ob Vals, GR

Skandalöser Abbruch eines Baudenkmals in Leis ob Vals

Am 28. November 2018 wurde das überregional bedeutende Baudenkmal «Hansjörisch Hus» mutwillig und während eines laufenden Unterschutzstellungsverfahrens zerstört. Der Bünder Heimatschutz erwägt gegen dieses skandalöse Vorgehen strafrechtliche Schritte einzuleiten und fordert einen umgehenden Baustopp.

Echec / Wettingen, AG

Murihof – ein Fall von «Denkmalentsorgung»

Anfang Oktober 2018 wurde illegal, ohne Baufreigabe zwei Drittel des historisch bedeutenden «Murihofs» in Wettingen zerstört. Das Niederreissen des Ökonomieteils sowie des neueren Wohnungsanbaus kommt einem gravierenden Rechtsbruch gleich, den der Aargauer Heimatschutz nicht hinzunehmen gewillt ist.

En cours / Zürich, ZH

«Tabula rasa» anstatt historischen Pfauensaal

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