Der Waffensaal Ende des 19. Jahrhunderts
Zeichnerische Darstellung des Waffensaals um 1887
Holzschnitt des Kasernenneubaus um 1875
Kolorierte Ansicht des Kasernenanreals um 1900 von der Kasernenstrasse aus.

Baudenkmäler von nationaler Bedeutung zerfallen

Der architektonische und geschichtliche Wert des Zürcher Kasernenareals ist unbestritten: Kanton wie Stadt Zürich messen dem Ensemble nationale Bedeutung zu, dem Waffensaal wird gar ein internationales Niveau attestiert.

Im Widerspruch zur Bedeutung des Ensembles steht der seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigte Unterhalt der Bauten durch den Kanton Zürich. Seit das Militär 1987 aus dem Areal gezogen ist, hat der Kanton den aufgeschobenen Unterhalt immer wieder mit der offenen künftigen Nutzung des Areals begründet.

Es ist längst fünf nach zwölf: Die Gebäude und insbesondere der höchst schützenswerte Waffensaal drohen zu zerfallen. Ungeachtet des politischen Seilziehens steht der Kanton in der Pflicht, endlich die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um den langfristigen Substanzerhalt zu garantieren.

Politik auf dem Rücken der wertvollen Baukultur

Noch vor kurzem sah es danach aus, dass dieses Trauerspiel auf dem Rücken der wertvollen Baukultur endlich ein Ende habe: Der Regierungsrat des Kantons Zürich und der Zürcher Stadtrat hatten 2016 mit einem Masterplan eine gemeinsame Strategie ausgearbeitet, um dem wertvollen Areal eine Zukunft zu geben. Dazu gehörte auch eine denkmalgerechte Sanierung – vor allem des Waffensaals als wertvollstes Element des Ensembles.

Im Januar 2019 hat der Zürcher Kantonsrat dem Vorhaben der Kantons- und Stadtregierung jedoch eine Absage erteilt: Er war nicht bereit, einen Kredit von 30 Millionen Franken zu sprechen, um sich an der seit Jahrzehnten vernachlässigten Instandstellung des Kulturobjekts von nationaler Bedeutung zu beteiligen.

Mehr zur Zukunft Kasernenareal Zürich

Der Kanton muss Verantwortung übernehmen

Ungeachtet des offenen Ausgangs der Diskussionen um das gesamte Kasernenareal muss der Kanton Zürich endlich die dringend anstehende Restaurierung des Waffensaales angehen und die übrigen wertvollen Bauten ordentlich und zukunftsfähig unterhalten. Mit einem weiteren Aufschub der Arbeiten droht noch mehr wertvolle Bausubstanz verlorenzugehen. Dieses Zuwarten untergräbt letztlich die Vertrauenswürdigkeit des Kantons in Fragen der Denkmalpflege: Wie will er baukulturelle Verantwortung von Privaten einfordern, wenn er diese selbst nicht übernimmt?

«Die Kasernen- und Zeughausanlage Zürich samt der Polizeikaserne von 1899 gehört baulich zu den bedeutendsten architektonischen Leistungen des 19. Jahrhunderts in der Schweiz.»
Denkmalpflege des Kantons Zürich 1997

«Der lang gestreckte Zeughausflügel hat als Einzelbau des Historismus nationale Bedeutung und braucht internationale Vergleiche nicht zu scheuen.» 
Amt für Raumentwicklung Kanton Zürich und Amt für Städtebau Stadt Zürich, Erläuterungsbericht Masterplan (2016)

Schweiz aktuell, 15.1.2019
Scherbenhaufen Kasernenareal in den ZüriNews vom 14.1.2019
En cours / Basel, BS

Landhaus und Ingenieurperle trotz guten Willens verloren?

Das letzte barocke Landhaus seiner Art in Kleinbasel und ein Schreinereigebäude mit innovativer Tragwerkskonstruktion des Ingenieurs Heinz Hossdorf sollen einem Neubau weichen. Der Besitzer ist sich des Werts der Bauten sehr wohl bewusst: Er hat sich jedoch erfolglos um einen anderen Standort für sein Projekt bemüht.

Echec / Leis ob Vals, GR

Skandalöser Abbruch eines Baudenkmals in Leis ob Vals

Am 28. November 2018 wurde das überregional bedeutende Baudenkmal «Hansjörisch Hus» mutwillig und während eines laufenden Unterschutzstellungsverfahrens zerstört. Der Bündner Heimatschutz erwägt gegen dieses skandalöse Vorgehen strafrechtliche Schritte einzuleiten und fordert einen umgehenden Baustopp.

Echec / Wettingen, AG

Murihof – ein Fall von «Denkmalentsorgung»

Anfang Oktober 2018 wurde illegal, ohne Baufreigabe zwei Drittel des historisch bedeutenden «Murihofs» in Wettingen zerstört. Das Niederreissen des Ökonomieteils sowie des neueren Wohnungsanbaus kommt einem gravierenden Rechtsbruch gleich, den der Aargauer Heimatschutz nicht hinzunehmen gewillt ist.

Feed: Cas présenté sur Facebook, Twitter,...